33- Gedanken zur Transplantation

June 29, 2012

Die letzten zehn Tage waren furchtbar. Letzte Woche hatte ich gefährlich hohes Fieber und ernste Atemprobleme. Ich brauchte rund um die Uhr 12 Liter Sauerstoff und konnte überhauptnicht aus dem Bett aufstehen. Ich fühlte mich als würde ich sterben und bekam wirklich Angst.
Ich konnte nicht atmen, nicht essen, ich übergab mich dauernd und die Schmerzen waren unglaublich schlimm. Ich hatte Angst dass ich mich vielleicht nicht mehr erholen würde.
Am Montag, vor 5 Tagen, fühlte ich mich etwas besser. Ich hatte einen Termin in einer anderen Klinik, die transplantiert. Mein Vater und ich fuhren am Montag dort hin und trafen die Ärzte Dienstag morgens.
Ich hatte starke Schmerzen wegen der langen Fahrt. Ich ging früh ins Bett aber konnte nicht schlafen. Ich war sehr nervös und meine Gedanken hielten mich die ganze Nacht wach.
Ich wusste, dass mein leben von diesem Termin abhängt. Letzte Woche erkannte Chi wieder, dass mein Leben nicht sehr lang sein wird falls ich keine neue Lunge bekomme. Ich fühlte mich so alleine, verloren, besorgt, ängstlich… Manchmal wünschte ich, ich könnte weglaufen. Ich wünschte ich könnte eine Weile eine Pause bekommen.
Am Dienstag morgen trafen wir dann die Ärzte. Drei transplantations- Spezialisten saßen mit mir und meinem Vater in einem kleinen Büro. Sie fragten mich viele Dinge.
Meine Gesundheit beunruhigte sie. Sie sagten, dass es ein großes Risiko wäre, mich zu transplantieren, aber dass ich ohne nicht allzu lange überleben werde. Sie hatten viele Gründe, ,mir keine neue Lunge zu geben. Mein Herz, mein Gewicht, meine Knochen usw. Aber sie sagten, sie wollen es trotzdem versuchen.
Aber das Problem ist die Infektion in meiner Wirbelsäule. Ich habe einen pseudomonas Keim im Rücken. Ich nehme 5 iv antibiotika seit fünf Monaten, aber es wird nicht besser.
Die Ärzte sagten, dass sie mich listen sobald der Rücken heilt. Aber auch dass Infektionen wie diese meistens nie wieder heilen.
Sie werden meinen Rücken in zweieinhalb Wochen nochmal kontrollieren. Falls die Infektion weg ist werden sie mich listen. Falls nicht, werde ich wahrscheinlich sterben.
Sie sagten auch, dass meine Überlebenschancen mit neuer Lunge nicht so hoch sind wie normalerweise. Das Risiko mich zu transplantieren sei hoch und wir müssen wissen, dass mich die Transplantation umbringen kann.
Ich war froh, dass sie mir vielleicht eine Chance geben, aber ich war auch besorgt wegen der Infektion.
Ich kann die Entzündung immernoch in meinem Knochen spüren. Ich weiß sie ist immernoch da und das bringt mich zum verzweifeln. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll.
Ich nehme soviele Medikamente, dass die Nebenwirkungen schon schrecklich sind. Ich übergebe mich jeden Tag mehrmals. Ich habe immer Kopfschmerzen, bin immer müde und schwach. Ich bin immer erschöpft u d selbst kleine Dinge sind sehr schwer für mich.
Ich erinnere mich garnicht mehr daran, wann ich das letzte mal die 4 Minuten zum Bäcker laufen konnte. Ohne Sauerstoff geht garnichts mehr, ich brauche 8 Liter rund um die Uhr.
All das beunruhigt mich sehr. Ich fühle jede Woche, wie mein körper schwächer wird. Atmen wird jede Woche schwerer. Das Essen ist eine tägliche Herausforderung.
Am Mittwoch fühlte ich mich tagsüber besser. Ich brauchte diese wenigen Stunden wirklich. Ich hatte endlich eine kurze Pause. Ich fuhr Auto, traf Freunde, unterhielt mich lange und konnte endlich das Bett verlassen.
Am Abend fühlte ich mich unglaublich müde und wurde so krank dass ich einen Arzt rief.
Wenigstens hatte ich ein paar Stunden um mich zu erholen.
Die Nacht war furchtbar. Ich war so müde, dass ich während dem Zähne putzen einschlief, oder während ich Wasser trank, oder meine Medikamente nahm. Aber ich konnte nicht richtig schlafen, weil ich alle paar Minuten aufwachte, weil es mir immer schlechter ging. Wieder bekam ich Angst.
Ich wollte nicht ins Krankenhaus. Also ging der Arzt wieder.
Am Donnerstag morgen musste ich zur Therapie gehen, aber ich konnte nicht alle Behandlungen machen. Ich übergab mich, ich konnte nicht atmen und mein Herz spielte verrückt. Ich hatte extreme Schmerzen. Also ging ich nachhause, zurück ins Bett.
Heute versuchte ich wenigstens aus dem Bett aufzustehen. Aber es klappte nicht.
Die Infektion im Rücken macht es mir schwer mich zu bewegen und verursacht extreme Schmerzen. Meine Lungen sind voller Schleim und sogar etwas zu trinken bringt mich außer Atem.
Es ist sehr heiß hier, alle meine Freunde gehen auf Partys, deswegen bin ich den ganzen Tag allein.
Ich fühle mich unbrauchbar und unnütz. Ich wünschte ich könnte arbeiten oder raus gehen… Oder wenigstens meinen Haushalt machen. Aber es fällt mir schon schwer alleine zu duschen, Bewegung tut so weh.
Meine Gesundheit wird so schnell schlechter, dass es mich wirklich beunruhigt. Es ist ein schreckliches Gefühl aufzustehen und zu fühlen dass du dem Tod wieder ein Stückchen näher bist. Und du weißt, dass du nichts dagegen tun kannst. Du fühlst es kommen aber du kannst nicht weglaufen. Du kannst nur da sitzen und hoffen. Es macht mich verrückt.
Ich möchte unbedingt eine neue Lunge. Ich möchte leben, ich möchte überleben. Ich möchte atmen. Aber es gibt nichts was ich tun kann damit es geschieht. Mein Rücken muss heilen, aber ich kann nur abwarten.
Ich bin die meiste Zeit alleine. Ich rede kaum mit Leuten. Jeder möchte über meine Gesundheit reden. Aber manchmal möchte ich darüber nicht reden und nichts darüber hören.
Die meiste Zeit träume ich. Ich wünschte ich könnte das Leben leben, das ich davor hatte. Ich will tanzen, mich bewegen, Freunde treffen. Ich will reisen, Schwimmen, Sport machen.
Ich will nicht den ganzen Tag im Bett bleiben müssen. Das bringt mich um.
Ich fühle mich so nervlich am Ende, traurig, niedergeschlagen. Warum kann ich nicht einfach atmen… Warum kann ich nicht einfach leben…

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