32 – krank zu Hause

June 18, 2012

Ich bin zu Hause… Vor zwei Wochen habe ich das Krankenhaus verlassen. Der erste Tag war toll. Ich traf Freunde, wir schauten einen Film und hatten ein tolles Abendessen.
Der zweite Tag war furchtbar. Ich habe mich so oft übergeben, bis ich ohnmächtig wurde.
Am dritten Tag fuhr ich mit meiner Familie nach Italien. Ich schlief die ganze Fahrt über weil ich mich so krank fühlte.
Der Urlaub war toll. Es regnete die meiste Zeit aber ich habe einfach genossen, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich vermisse sie immer so wenn ich im Krankenhaus bin…

20120618-132755.jpg
Ich habe dort echt viel gegessen…

20120618-132846.jpg
Und die Natur dort ist wundervoll…

20120618-132956.jpg
Jetzt bin ich seit einer Woche daheim.
Ich habe Fieber und starke Schmerzen und fühle mich total kraftlos.
Ich versuche jede Minute, in der ich mich besser fühle, mit meinen Freunden und Verwandten zu verbringen. Ich versuche zu verstecken, wie krank ich mich fühle…

20120618-133036.jpg
Manchmal kann ich ein bisschen Zeit im Garten verbringen…

20120618-133111.jpg
Aber die meiste Zeit liege ich auf den Sofa.
Die infektion in meinem Rücken heilt nicht. Nichtmal ein bisschen.
Die Klinik, in der ich mich wegen der Transplantation vorgestellt hatte, sagte, dass der Rücken erst in Ordnung sein muss.
In acht Tagen habe ich einen Termin in einer anderen Klinik, um zu sehen ob die mich transplantieren würden.
Ich versuche Physiotherapie zu machen, aber beim letzten mal klappte ich bei der kleinsten Belastung zusammen.
Sooft ich kann fahre ich mit meinem Auto…

20120618-133147.jpg
Es lenkt mich ab und stoppt die Gedanken die ich im Kopf habe…
Zuhause denke ich viel nach. Ich weiß, dass diese Infektion mich umbringen kann. I fühle die Entzündung schon rund um die Uhr.
Fieber, Schmerzen. Ich brauche soviel Schlaf und fühle mich immernoch kaputt. Ich habe immer Kopfschmerzen. Ich erbreche bie
Und mit dieser Infektion werde ich keine Lunge bekommen…
Also denke ich natürlich über die Zukunft nach. Im Moment weiss ich nichtmal, ob ich eine Zukunft habe…
Wenigstens bin ich daheim. Das genieße ich so sehr…
Ich frage mich, wie das Leben meiner Familie sein wird, wenn ich sterbe.
Ich sah viele Mukoviszidose- Patienten sterben. Am Anfang vermisst sie jeder und redet über sie.
Und nach einigen Jahren ist es, als ob sie niemals gelebt hätten. Als ob alle sie vergessen hätten…
Ich spüre, wie ängstlich die Leute sind, wenn sie mit mir reden. Sie verhalten sich immer, als würden sie mich das letzte mal sehen.
Gerade hat mich mein Arzt angerufen. Sie werden mit noch ein Antibiotikum als Infusion geben, für zwei Wochen. Sie finden keins, das
Hilft. Also probieren wir nur rum.
Im Moment nehme ich 5 verschiedene Antibiotika zur gleichen Zeit. Sie sind alle sehr stark und hoch dosiert und haben starke Nebenwirkungen.
Ich erbreche und fühle mich krank. Ich habe Bauchkrämpfe und starke Kopfschmerzen. Ich fühle mich müde und kraftlos. Das macht echt keinen Spaß…
Aber ich werde nicht aufhören zu kämpfen. Ich versuche einfach, die besseren Momente zu geniessen.
Man lernt die schmerzfreien Minuten zu schätzen, wenn man sich 90% des Tages schrecklich fühlt…

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: