24 – Ich vermisse Luis

April 29, 2012

Heute habe ich bis mittags geschlafen weil ich die ganze Macht erbrochen habe.
Ich habe jetzt eine sehr nette Frau neben mir liegen, das macht alles etwas einfacher.
Meine Brüder waren hier, ich habe mich riesig gefreut.
Ich hatte nur sehr wenig Schmerzen heute. Bis auf die Übelkeit und ein bisschen Atemnot war es wirklich ein guter Tag und ich konnte mich mal richtig erholen- nachdem meine Brüder wieder gegangen waren, habe gleich nochmal geschlafen.
Ich habe es sogar geschafft, etwas zu lesen. Ich bin unglaublich dankbar für solche Tage. In den letzten drei Monaten waren die Schmerzen oft unerträglich.
Ich hoffe, ich kann das Morphin weiter reduzieren oder absetzen. Ich habe es schon die ganze Woche etwas reduziert. Ich habe Angst vor einer Abhängigkeit.
Gerade habe ich das Fenster weit aufgerissen und geniesse die warme Abendluft.
Ich hoffe so sehr, dass ich zur Hochzeit meiner Schwester kommen kann.
Wahrscheinlich wird Luis dann einige Tage nach Deutschland kommen und ich will unbedingt ein paar Tage mit ihm zuhause verbringen.
Eigentlich komme ich gut zurecht damit, dass ich rund um die Uhr in meinem Bett bleiben muss, selbst zum waschen oder pinkeln.
Leider kommen andere nicht damit zurecht. Es tut immer weh, Leute zu verlieren, die einem wichtig sind. Ich habe bereits viele Menschen durch die Krankheit verloren. Aber auch dieses mal melden sich einige Menschen kaum noch. Manchmal fühle ich mich vergessen.
Ich würde so gerne mal mit meinen Freunden Weggehen. Aber ich gehöre nicht mehr dazu. In den ersten zwei Wochen meldet sich noch jeder… Doch nach einer Weile ist es einfach normal, dass ich hier bin und es interessiert keinen mehr.
Das macht mich sehr traurig. Ich bin froh, dass ich nach wie vor viele Leute habe die hinter mir stehen.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich meiner Familie und Luis soviele Sorgen mache. Es ist für sie schlimmer als für mich. Ich wünschte manchmal, ich könnte das hier alleine durchstehen, ohne dass sie es wissen. Aber ich bin auch froh, dass sie für mich da sind.
Sie geben mir Kraft.
Aber ich vermisse Luis…
Ich vermisse, von ihm in den Arm genommen zu werden. Dass er meine Hand hält, wenn ich Schmerzen habe. Er hat das Talent, mich zu beruhigen und abzulenken. Mich zu überzeugen, dass es bald besser wird und alles gut wird.
Als er hier war, war alles soviel einfacher. Ich wünschte, er wäre hier.

4 Responses to “24 – Ich vermisse Luis”

  1. Ron V. Says:

    Ok ^^

  2. Kathrin Says:

    Liebe Daniela ich habe dich auf jeden Fall nicht vergessen. Ich verfolge deine Einträge so oft ich kann. Ich werde Mitte Mai mal in Deutschland sein und vielleicht ich kann dich dann mal anrufen, wenn es dir recht ist. Meine Eltern holen mich nach Deutschland um sich um mich zu kümmern und meinen Mann mal 14 Tage zu entlasten, da ich mittlerweile auch rund um die Uhr betreut werden muss, wegen meines Gesundheitszustands. Mein Mann und ich verstehen nur zu gut wie du, aber auch Luis sich fühlt. Ich wünsche dir weiterhin Kraft durch zu halten, ich bin so stolz auf dich. HDL

  3. Verena Says:

    Hey Kleines,

    halte durch, Du wirst das schaffen! Ich glaube ganz ganz fest an Dich!!!
    Ach … und das Bild für Deinen Schatz, es ist der WAHNSINN! Ich liebe es, und er wird es auch lieben! Er liebt DICH!

  4. Denise Says:

    Hey Daniela,

    ich glaube nicht, dass dich deine Freunde vergessen haben. Ich glaube ihnen fehlen die Worte – wahrscheinlich lesen sie deinen Blog regelmäßig und sitzen dann vor dem Computer und wissen einfach nicht was sie tun sollen.
    Ich habe eine Freundin bei der mit 29 Brustkrebs diagnostiziert wurde. Jede SMS, jeder Anruf kostet mich Überwindung. Sie wünscht sich, dass man ganz normal mit ihr spricht – aber es fällt mir so schwer weil ich jedes Mal einfach nur die Krise kriege…
    Ich hoffe du schlummerst gerade weitestgehend schmerzfrei damit du morgen ganz viel Energie für deine Übungen und Therapien hast.

    Ganz viele sonnige Grüße aus HH!
    Denise


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