23 – Ich will nicht gehen

April 29, 2012

Gestern habe ich nicht geschrieben, weil ich sehr starke Schmerzen hatte. Wie sich herausstellte, hatten die Anästhesisten nach dem Infusionswechsel vergessen, die Morphinpumpe anzustellen. Als sie wieder lief, wurden die Schmerzen besser.
Heute geht es mir recht gut. Die Schmerzen sind zwar stark, aber kontrollierbar.
Ich habe ein Gerät, welches meine tauben und gelähmten Füße und Beine bewegt, ohne dass ich selbst Kraft dafür aufwenden muss.
Anfangs hatte ich höllische Schmerzen dabei. Doch inzwischen schaffe ich über eine Stunde🙂
ich versuche, soviel zu trainieren und üben wie ich kann. Ich versuche, hart an mir zu arbeiten.
Ich weiß nicht ob die Ärzte mir die Chance auf eine Transplantation geben. Doch ich werde nicht aufgeben. Ich werde immer weiter kämpfen.
Heute war der Tag besser als die anderen Tage der Woche waren.
Ich war nach meinem Bewegungstraining sehr müde und schlief bis 13 Uhr.
Dann kam meine Mutter. Wir redeten und ich malte.
Das Bild für Luis ist fast fertig. Es fehlen nur noch ein paar Details.

Abends trainierte ich erneut. Und danach wusch mir die Krankenschwester die Haare🙂 leider machen sie das nur maximal einmal in der Woche, deswegen freue ich mich jedes mal sehr.
Ich denke immernoch viel darüber nach, was passieren wird, wenn ich keine Lunge bekomme.
Der Neurochirug will die Wirbel immernoch nicht operieren.
Der Transplantationsarzt will mich nicht auf die Warteliste setzen, bevor die Wirbel nicht operiert wurden.
Nächste Woche wollen sie noch einmal reden. Es sieht jedoch nicht allzu gut aus.
Es war heute sehr warm heiß und leider haben wir keine Klimaanlage. Ich denke an Zuhause. An meinen Garten. Ich habe mich oft nachmittags nach der Therapie zum Lesen in die Sonne gelegt.
Ich denke daran, wie der Wind mir durchs Haar fuhr und eine leichte Brise meine Haut abkühlte.
Ich denke an die Abende mit Freunden, als wir gemeinsam grillten. An meine langen Spaziergänge auf Gran Canaria.
Ich denke an meinen Ausflug mit Luis in den Regenwald. Daran, wie wir zusammen am Strand lagen. Wie wir stundenlang im Auto fuhren, redeten, lachten und sangen.
Ich denke an die Zeit mit meinen Stiefsohn Paul. Mein Bodyguard.
Ich denke an die Ausflüge mit meinen Brüdern. Wir sind oft zusammen in Freizeitparks gewesen. Wir haben immer soviel Spaß zusammen.
Ich denke an die Urlaube mit meinem Vater. Wie er mir Wasserski fahren beibrachte. Daran, wie ich mit meiner Mutte am Gardasee war. Wie wir Fahrrad fuhren und gemeinsam mit meinem Onkel und meiner Tante Eis essen waren.
Ich denke daran, wie ich mit meiner Schwester nach Gran Canaria und Teneriffa geflogen sind. Es war wunderschön. Wir haben freilebende Wale gesehen.
Ich will noch nicht gehen.
Ich habe noch soviel vor. Ich Wünsche mir die neue Lunge so sehr.
Gestern habe ich etwas in Onlineshops gestöbert. Ich schaute Schuhe an. Als ich ein Paar kaufen wollte, fiel mir ein, dass ich vielleicht nie wieder Schuhe brauchen werde.

One Response to “23 – Ich will nicht gehen”

  1. Uwe Says:

    Hi Dani, ich will auch nicht, daß du gehst. Du würdest eine zu große Lücke reißen. So viele würden dich vermissen. Also bleib noch ein bißchen bei uns, deinen Freunden.
    Auch wenn viele von uns eher selten bei dir sein können, in Gedanken sind wir immer bei dir. Ich und die vielen anderen können immer lesen wie es dir geht, was du machst, wohin dich deine Gedanken führen oder womit du dich so beschäftigst. Von vielen kommt aber oft nur die Frage “wie geht’s?” oder die Parole “sei stark, halte durch, es geht bestimmt bald aufwärts”. Ja, wir hoffen wirklich, daß es dir wieder besser geht, wir sind wirklich interessiert, wie es dir geht. Aber es gibt auch immer die Fragen im Hintergrund, wie es ist, wenn es nicht besser wird und wir deine Freunde wissen über die Krankheit CF Bescheid. So oft beschäftigen mich solche Gedanken ohne sie auszusprechen. Ja, wenn ich oder andere dir schreiben, fragen sie sich oft, “was soll ich schreiben?”. Soll ich dir von meinen schönen Erlebnissen berichten oder macht dich das dann nur traurig, weil du es nicht miterleben kannst und du “gefesselt” bist? Du schreibst selber von der Vergangenheit, als der Wind mit deinen Haaren spielte und er sanft über die Haut strich…ich konnte dies die letzten Tagen in der herrlichen Sonne so richtig genießen. Ich war am Samstag wieder mit meinem Sohn im Hallenbad tauchen und genoss dies, viel lieber wäre ich natürlich wieder in der Karibik tauchen gegangen, aber ich konnte es so genießen. Am Samstag Abend beim grillen mit Freunden, herrlich. Nun schreibe ich dies dir, wo ich weiß, daß du dazu im Moment nicht fähig bist und es wahrscheinlich auch lange nicht machen kannst. Daher immer wieder die Frage “Tu ich dir mit solchen Infos weh oder freust du dich doch so was zu hören, dass es mir gut geht?”
    Gestern Abend saß ich so lange auf unserer Terrasse und zählte die Sterne und schaute den Lichtern der Flugzeuge nach. Wohin sie wohl fliegen. Ich beneide vor allem die, die Richtung Süden oder Westen in Richtung Karibik unterwegs sind, wie gern säße ich darin.
    Danach konnte ich wirklich super toll schlafen, liegt wohl an den sonnigen Tagen.
    Ich wünsch dir ne erholsame Nacht, bis bald.
    Ach ja, tolles Bild für Luis, ihm wird es sicherlich gefallen.


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