14 – Ich liebe mein Leben trotzdem

April 15, 2012

Gestern Abend habe ich leichtes Fieber bekommen. Seit dem habe ich starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Ohrenschmerzen ausserdem bin ich dauernd müde. Das ist ja eigentlich nicht schlimm. Ich habe nur Angst, dass meine Lunge noch schlechter wird. Im Moment merke ich nur dass ich mehr Schleim habe als sonst.
Leider wurden die Schmerzen auch schlimmer und ich hatte wieder eine schlechte Nacht.
Obwohl ich mich nicht gut gefühlt habe, habe ich mich heute morgen über die Sonne und den blauen Himmel gefreut (der leider schon wieder weg ist). Heute kommen Freunde von mir zu Besuch, also habe ich beschlossen, mich ein bisschen zu schminken, um nicht ganz so krank auszusehen. Da ich ja nicht aufstehen kann habe ich mein iPhone als Spiegel benutzt. Hier ist das Resultat:

Man fühlt sich einfach besser, wenn man sich auch mal um sich kümmert und sich ein bisschen schick macht. Ich fühle mich dann einfach weniger krank.
Da ich die Situation eh nicht ändern kann, versuche ich einfach, das beste daraus zu machen und mich nicht hängen zu lassen.
Ich freue mich schon total auf meine Freunde🙂 Manchmal denke ich, dass die Mukoviszidose für mich auch etwas gutes hat. Ich weiss Dinge mehr zu schätzen als andere und kann mich über kleine Dinge freuen, die andere Menschen nicht sehen. Für alle sind Dinge wie atmen, Rennen, Sonnenschein, ein heißes Bad oder ein Kinobesuch selbstverständlich. Für mich nicht. Ich bin dankbar, wenn ich gut atmen kann. Wenn ich zuhause sein kann oder sogar fit genug bin um ins Kino zu gehen oder in ein Restaurant. Ich freue mich wenn ich Vögel singen höre oder Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüre.
Ich bin dankbar für jeden Tag , den das Leben mir schenkt und für jeden Moment, den ich ein bisschen genießen kann.
Durch die Krankheit weiss ich auch wer meine wahren Freunde sind. Als es mir immer schlechter ging, verschwanden die “Freunde” einer nach dem anderen. Aber die, die ich heute habe, sind immer an meiner Seite geblieben, sind mitten in der Nacht zu mir gekommen, wenn es mir schlecht ging, oder sind extra 200 km gefahren um mich im Kankenhaus zu besuchen. Ich weiß, dass ich mich auf sie alle zu 100% verlassen kann.
Das gleiche kann ich über Luis sagen. Wir hatten super Zeiten, in denen wir zusammen im Regenwald gewandert sind und ich manche Treppen schneller hoch sprang als er. Leider gab es auch Zeiten, in denen er mich waschen musste, aufs Klo tragen musste, wochenlang bei mir im Krankenhaus saß. Er machte mit mir meine Atemtherapie, er kochte für mich, wusch meine Wäsche und half mir beim umziehen. Er war rund um die Uhr für mich da, obwohl er bestimmt auch gerne was anderes gemacht hätte. Welcher Mann würde das für einem tun? Luis lief niemals weg und ich bin ihm so unendlich dankbar, dass er mich auch in schlechten Zeiten liebt.
Was ich sagen will ist, dass man in jeder Situation, egal wie aussichtslos sie scheinen mag, auch positive Seiten sehen kann. Man muß es nur zulassen, man muß die negativen Gedanken loslassen und sich auf die Situation einlassen. Eine positive Einstellung zu den Dingen macht das Leben oft viel leichter. Ich liebe mein Leben, auch wenn viele mich bemitleiden. Ich brauche kein Mitleid, weil mein Leben nicht so schlimm ist, wie es sich die Leute vorstellen. Das liegt daran, dass ich gelernt habe, die Kleinigkeiten schätzen zu lernen. Das Leben ist so bunt und schön, wie wir selbst es uns machen.

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