2 – Ich habe Heimweh

April 4, 2012

Im Moment fühle ich mich schrecklich. Es ist schwer die Augen offen zu halten und mich zu konzentrieren. Die Schmerzen sind so furchtbar.  

Am Morgen fühlte ich mich besser als normalerweise und ich freute nix riesig darüber. Ich war mir sicher, dass dies ein großartiger Tag werden würde. Ich machte meine Physiotherapie, hörte eine CD und schlief ein. Ich wurde von einem unglaublichen Schmerz geweckt,stärker als all die Schmerzen die ich in den letzten Wochen. Die Ärzte spritzten mir Medikamente, die mich für eine Weile ausschalten. Es ist wie eine künstliches Koma.

Nachmittags wachte ich auf und ein Freund war zu Besuch. Ich konnte seinen Besuch nicht genießen weil ich immernoch so starke Schmerzen hatte. Die Ärzte entschieden, mich erneut “auszuknocken”  jetzt bin ich seit 90 Minuten wieder wach und die Schmerzen bringen mich um. 

An Tagen wie heute ist es schwer weiterzukämpfen. Es wäre soviel einfacher aufzugeben.  Ich weiß, dass ich nach der Transplantation eine tolle Zeit haben werde. Aber an Tagen wie heute ist es schwer sich zu motivieren und weiter zu machen. Es war einfacher als mein Freund noch hier war. Es ist furchtbar durch all das hier alleine zu gehen, niemand zum umarmen, keiner der mit mir redet, niemand zum kuscheln, niemanden, der mir sagt dass er mich liebt. Nur die Schmerzen und ich. 

Oft frage ich mich ob ich die Leute nerve wenn ich meine Freunde und Familie dauernd anrufe weil ich mich so langweile und allein fühle. Und Schmerzen habe. Manchmal möchte ich jedes kleine Detail über deren Tag wissen, weil es sich für mich anfühlt was wäre ich dabei gewesen. Es fühlt sich an als war ich mit ihnen bei der Arbeit, im Restaurant usw. Aber für sie fühlt es sich an, als will ich sie kontrollieren. 

Ich versuche stark zu sein und und für meine Freunde und Familie da zu sein. Ich sage ihnen, dass alles gut werden wird. Dass ich es schaffen kann. Aber manchmal  brauche ich auch ein bisschen Unterstützung. Manchmal würde ich alles dafür tun mit meinem Freund und meinen Freunden für 24 Stunden zu quatschen auch wenn ich weiß, dass sie das nicht können weil sie auch ein eigenes Leben haben.

Ich kämpfe so hart. Ich bekomme niemals eine Pause. Ehrlich gesagt fühle ich mich an Tagen wie heute auch als ob ich nicht mehr kann. Als ob ich zusammenbreche. Ich weiß dass ich keine Pause bekommen kann. Und ich weiß auch dass ich nicht zusammenbrechen werde und ich immernoch Kraft zum kämpfen habe. Ich werde nicht aufgeben. 

 

Heute  Morgen redeten meine Ärzte mit mir. Sie sagten die Schmerzen werden vor der Transplantation  nicht besser werden. Das frustriert mich ein bisschen. Sie sagen auch, dass ich das Krankenhaus bis zur Transplantation vielleicht nicht mehr verlassen kann. Was bedeutet dass ich vielleicht noch mehrere Monate hier bleiben muss. 

Ich vermisse die kleinen Dinge. Ich vermisse meine Dusche. Mein Bett. Ich vermisse mein Zuhause…

2 Responses to “2 – Ich habe Heimweh”

  1. A Will Helm Says:

    Liebe Dani,

    das ist ein toller Blog geworden! Wie du schon darin geschrieben hast, macht es das Verstehen leichter. Es wird (zumindest mir) klarer, durch welche Zeiten du gehst. Ich schließe mich nochmal meinem Bruderherz an und sage dir auch auf diesem Wege:
    Bitte gib nicht auf!!!
    Es ist eine Bereicherung, dich endlich in “ganz echt” kennnengelernt zu haben und ich ziehe meinen Hut vor dir! Hoffentlich lässt die Transplantation nicht mehr allzu lange auf sich warten… Und wenn du magst und dir mal wieder langweilig ist, kannst du auch gern mal bei mir durch klingeln und mich ein bißchen in meinem Leben “begleiten” (die Nummer kann dir mein Bruderherz geben). Vielleicht bekommst du noch ein bißchen Input, damit du dich auch in schweren Zeiten wegträumen kannst.

    Ich wünsche dir viel Kraft und schicke dir auch ein bißchen Energie durch die Leitungen. Gib nicht auf.

    Anne

  2. Kerstin Says:

    Hey Süße,

    wenn ich lese, wie sehr Du leiden musst unter diesen schier unerträglichen Schmerzen, muss ich weinen, und ich wünschte ich könnte zaubern, denn dann würde ich Dir die Schmerzen einfach weg- und neue Lungen herbei zaubern. Aber das kann ich leider nicht! Ich kann nur in Gedanken bei Dir sein und Dir auf diesem Weg versuchen Kraft zu geben um durch zuhalten und nicht aufzugeben, aber ich weiß das wirst Du nicht. Du bist die tapferste kleine Lady die ich kenne, und dafür bewundere ich Dich!!! Ich umarme und drücke Dich ganz lieb!!


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